Forstbetrieb setzt auf regionale Wirtschaftskreisläufe


Forstleiter Michael Held (von links), MdL Alexander Muthmann und Albert Pauli.

Dass sich bei den Bayerischen Staatsforsten nicht alles nur um Wald und Wirtschaftlichkeit dreht, wurde bei einem Besuch von FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann beim Leiter des Forstbetriebs Neureichenau Michael Held und seinem Stellvertreter Albert Pauli deutlich. „Wir erbringen auch vielfältige Leistungen, die der Allgemeinheit zu Gute kommen“, erklärte Held. Jährlich investiert der Forstbetrieb eine halbe Million Euro in den Unterhalt der Forststraßen. „Die werden ja vor allem auch von Radfahrern und Wanderern genutzt.“ Darüber hinaus stelle der Forstbetrieb auch seine Flächen für Veranstaltungen, wie beispielsweise für die Europameisterschaften der Schlittenhunderennen in Haidmühle, unentgeltlich zur Verfügung. Einrichtungen wie das Besucher- und Informationszentrum in Leopoldsreut, das waldgeschichtliche Wandergebiet bei Finsterau oder die WaldWunderWelten in Bad Griesbach seien Belege für das Engagement. Und auch für die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens hatte Michael Held Daten und Zahlen parat. 2012 war seit der Gründung des Forstbetriebs das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr. Ein wesentlicher Grund seien die stabilen Holzpreise, sowohl für Fichte als auch für Buche. Dieser Rohstoff werde nicht nur in der Sägeindustrie benötigt, sondern zunehmend auch als Brennstoff. Hier profitiere der Forstbetrieb auch von der Umstellung auf Holz- oder Hackschnitzelheizungen.
„Vom Stammholz bis zum Brennholz übersteigt die Nachfrage das mögliche Angebot deutlich“, so Holzverkaufsleiter Albert Pauli, denn aus Gründen der Nachhaltigkeit wird nicht mehr einschlagen, wie jährlich nachwächst. „Wir versuchen unsere Stammkunden, die allesamt aus der Region sind, dauerhaft und zuverlässig zu bedienen - Neukunden können wir nicht mehr aufnehmen“, so Albert Pauli. „Kurze Transportwege und damit verbunden die Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe, Energie- und CO2-Einsparung sind nicht nur ein Ziel der Politik, sondern auch unseres“, ergänzt Michael Held.
Alexander Muthmann erkundigte sich abschließend nach den winterlichen Tourengehern und Schneeschuhwanderern. Laut Michael Held gebe es keine Probleme. „Lediglich im Gipfelbereich des Dreisessels musste ein Wegegebot ausgesprochen werden zum Schutz des dort vorkommenden Auerhuhns.“