FW nominieren Alexander Muthmann zum Landratskandidat


Gratulierten Alexander Muthmann (2.v.r.)zur Nominierung: Martin Behringer (von rechts), stellvertretende Landrätin Renate Cerny und Franz Brunner. -Foto: Poxleitner

Die "Freien Wähler – Grafenauer Land" (FW-GL) und die "Christliche-Wähler-Gemeinschaft-Freie Wähler" (CWG-FW) haben gemeinsam Alexander Muthmann zum Landratskandidaten für die Kommunalwahlen 2014 nominiert. Knapp 100 Mitglieder der Gruppierungen, Freunde und Interessierte waren in den Gasthof Boxleitenmühle gekommen, um die Nominierungsrede von Alexander Muthmann zu hören. Sein wesentliches Ziel lautet: "Ich will den Landkreis Freyung-Grafenau mit seinem großen Potenzial als attraktiven Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsraum weiter voran bringen, weil mir meine Mitbürger ans Herz gewachsen sind." Versammlungsleiter Martin Behringer als FW-GL-Vorsitzender freute sich, neben der stellvertretenden Landrätin Renate Cerny auch den Vorsitzenden der CWG-FW Franz Brunner sowie zahlreiche Bürgermeister zu begrüßen.Alexander Muthmann bekannte zu Beginn seiner Ausführungen, dass seit der Entscheidung, als Landrat zu kandidieren, sehr turbulente Tage hinter ihm liegen. "Die Resonanz war überwältigend", schilderte er die Reaktionen. Zahlreiche Glückwünsche und anerkennende Worte bestätigten ihn, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Und er betonte: "Natürlich nehme ich das Wählervotum für den Landtag weiterhin ernst", er zeigte sich jedoch überzeugt, dass er als Landrat für die Region mehr bewirken kann und erklärte entschieden: "Ich habe diese Entscheidung bewusst getroffen und bin kein Zählkandidat."
Nach einem kurzen Resümee stellte er mehrere wichtige Punkte vor, die er als neuer Landrat in Angriff nehmen möchte, und betonte: "Die Freien Wähler haben sich das Thema Regenerative Energien schon auf die Fahnen geschrieben, als andere Parteien noch voll auf Atomenergie gesetzt haben." Leader-Förderprogramme wurden auf den Weg gebracht und die Kulturstiftung ins Leben gerufen. Zum Thema Kliniken hob er hervor, dass die Freien Wähler immer kritisch nachgefragt und schließlich eine Änderung in der Geschäftsführung herbeigeführt haben. Bereits 2006 hätte der Kreistag mit ihm als Landrat schon den Anstoß dazu gegeben. Damit zeigte er auf: "Es sind immer wieder die Freien Wähler, die sich mit Initiativen einbringen und so Verbesserungen auf den Weg bringen."
Ganz oben auf der Liste stehe der Abbau der hohen Verschuldung. Dies sei nur durch Einsparungen zu erreichen. Dass es viele Möglichkeiten gebe, habe Muthmann bereits in seiner Amtszeit als Landrat bewiesen. "Mit der Privatisierung der Physiotherapie- und Altenpflegeschule zum Beispiel konnten in Zusammenhang mit Verbesserungen im Jugendamt 1,2 bis 1,4 Millionen Euro eingespart werden. Wenn der Landkreis erfolgreich sein will, muss sparsam und konzentriert gearbeitet werden. Da darf man sich keinen Schlendrian erlauben." Dazu gehöre auch Bürgernähe, Leistungsstärke und Kompetenz im Landratsamt. Auch die bestehenden EU- und Landes-Förderprogramme müsse man ausschöpfen, um Projekte zu entwickeln und zu finanzieren. Eines der größten anstehenden Probleme sieht Muthmann in der geplanten Sanierung der Berufsschule Waldkirchen, die den Landkreis für viele Jahre binden und einschränken werde. "Die Sanierung ist notwendig. Aber mit innovativen Ideen gibt es sicher andere Möglichkeiten, die für den Landkreis verträglicher sind. Klar ist: Die Berufsschule muss ein modernes Bildungszentrum bleiben."
Um den Landkreis attraktiver zu gestalten, müsse man vor allem dem demographischen Wandel gerecht werden. "Acht bis neun Prozent Einwohnerverlust und ein Rückgang der unter 20-jährigen Landkreisbewohner von 30 Prozent in den nächsten Jahren ist ein Schrumpfungsprozess, der organisiert werden muss", so Muthmann. Um Freyung-Grafenau für junge Familien attraktiver zu gestalten, sei eine Verbesserung der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche notwendig."Damit sich mehr Firmen ansiedeln und Arbeitsplätze anbieten, insbesondere auch für Fach- und Führungskräfte, brauchen wir eine gut ausgebaute Infrastruktur." Dazu zähle mittlerweile nicht nur ein funktionierendes Straßennetz, sondern auch schnelles Internet.Ebenso bedeutend sei der Ausbau des ÖPNV, insbesondere des Schülerverkehrs. Aber auch der älteren Generation müsse man Perspektiven bieten und für sie eine hohe Lebensqualität schaffen. "Probleme mit den Menschen angehen und lösen. Dieser Grundsatz muss auch bei der Energiewende gelten." Die "Bürgerenergie Freyung-Grafenau eG, deren Aufsichtsratsvorsitzender Muthmann ist, sei hier auf einem guten Weg, um gemeinsam mit Experten Ansatzpunkte zu finden und Lösungen zu erarbeiten.Zwei weitere Punkte sind Alexander Muthmann besonders wichtig: Der Technologie Campus und die Kliniken gGmbH. Den Campus schätzt er sehr, wie er betont. Kurze Wege zu Fachhochschulen lassen den Informationsaustausch leicht bewerkstelligen und können dadurch auch zu neuen Betriebsansiedlungen führen. "Aber nicht zu dem Preis. Es kann nicht sein, dass der Landkreis die Räumlichkeiten finanzieren muss. In Großstädten würde sich diese Frage erst gar nicht stellen. Die Finanzierung ist Sache des Staates." Auch hier könne man sparen.
Ebenso bei der Kliniken gGmbH. "Das Defizit auf null zu fahren, das wären weitere zwei Millionen Euro, die der Landkreis dringend braucht." Weiterhin bleibe die Sicherung einer leistungsfähigen und wohnortnahen Krankenhausversorgung jedoch oberstes Ziel. Muthmann betonte, er wolle auch auf weitere Einsparpotenziale achten, den Landkreis modernisieren, um ihn in eine gute Zukunft zu führen. Eindeutig bekräftigte er, er werde keine "Freyunger Politik" machen, sondern den ganzen Landkreis im Auge haben, "egal, um welche Entscheidungen oder Einrichtungen es geht." Er schloss mit dem Satz: "Wenn ihr mich ins Rennen schickt, laufe ich gern, denn ich übernehme gerne Verantwortung."Mit lang anhaltendem Applaus honorierten die Anwesenden die Pläne und Konzepte des Kandidaten; Wahlleiter Martin Behringer führte gemeinsam mit dem Wahlausschuss, Bürgermeister Heinz Wolf und Bürgermeister Walter Bermann, die Abstimmung durch. In geheimer, schriftlicher Wahl stimmten 42 der 43 Wahlberechtigten mit "Ja". Die stellvertretende Landrätin Renate Cerny gehörte zu den ersten Gratulanten, die Muthmann Glück und Erfolg für die Kommunalwahl 2014 wünschten.
Von Margit Poxleitner