Gemeinsam den Demographischen Wandel gestalten


Informationsabend der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion - Prof. Koppers zeigt die Chancen des Bevölkerungsschwundes auf

Eging am See. Der Demographische Wandel ist ein Thema, der in nahezu keiner politischen Rede mehr fehlt. Daher hat sich die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion auch entschieden, einen Informationsabend zu diesem spannenden Thema zu organisieren. Mit Prof. Dr. Lothar Koppers vom renommierten Institut "agira" kam ein Demographie-Experte in die Sonnentherme nach Eging am See (Lkr. Passau) und zeigte den 50 Teilnehmern mit Daten und Fakten auf, dass der Bevölkerungsschwund auch Chancen mit sich bringt. Am Ende waren sich alle einig: Die Umwälzungen in der Bevölkerungsstruktur kann keine Kommune alleine schultern - nur wenn man zusammen arbeitet, wird man die Herausforderungen der Zukunft meistern.

Im Landkreis Regen werden bis 2029 elf Prozent weniger Menschen leben, in Freyung-Grafenau 9,9 Prozent und in Passau 2,3 Prozent. Mit diesen Zahlen eröffnete MdL Alexander Muthmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der FREIEN WÄHLER, den Abend. "Doch was können wir dagegen tun", fragte Muthmann. Dass man nicht so leicht eine Antwort auf diese Frage findet, wurde beim Vortrag von Prof. Koppers deutlich. "Der Demographische Wandel wird uns die nächsten 50 Jahre beschäftigen", sagte Koppers und nannte einige wesentliche Aspekte. "Die Geburtenrate sinkt, die Bevölkerung wird immer älter, die Pflegebedürftigen nehmen zum Beispiel im Landkreis Regen in den nächsten 20 Jahren um bis zu 50 Prozent zu." Wo kommen die dann benötigten Pflegekräfte her? Und was geschieht mit den leer stehenden Immobilien? Wer zahlt die Wasserversorgung und all die anderen Infrastrukturen in der Gemeinde? Kann man die Schulen, die Kindergärten halten? Bleiben der Hausarzt und die Post im Ort? Sind bestehende Verwaltungsstrukturen noch sinnvoll? "Die Kommunen müssen sich den Begebenheiten anpassen und letztendlich kommt es darauf an, wie man mit dem zur Verfügung stehenden Geld sinnvoll wirtschaftet."

Dass die junge Generation in die Ballungszentren zieht, könne man nicht beeinflussen. Ebenso wenig die niedrige Geburtenrate. "Aber als Kommune kann ich mich um Zuzüge bemühen", sagte Koppers. Außerdem müsse sich jeder Bürgermeister die Frage stellen, wo die Stärken in seinem Ort sind. "Viele Gemeinden glauben, sie können alles: Industrie, Tourismus, alte Menschen, junge Menschen." Dies sei nicht zielführend. "Man sollte Profile bilden, sich zum Beispiel auf ältere Menschen konzentrieren oder sich als Pendlerort etablieren." Jede Kommune müsse für sich eine zugeschnittene Lösung finden und bereit sein, Einrichtungen an andere abzugeben. "Es ist nicht leicht dies den Bürgern zu vermitteln, vor allem wenn man die Wiederwahl im Kopf hat." Aber man müsse das Wohl der Gemeinde voran stellen.

Alexander Muthmann überreichte Prof. Koppers am Ende als kleine Aufmerksamkeit einen Landtags-Bierkrug für den Vortrag. "Sie haben uns mit den vielen Daten und Zahlen die Augen geöffnet, welche Chancen der Demographische Wandel bietet." Wichtig sei es nun, nicht nur zu reagieren, sondern aktiv zu handeln. Dies müsse auch die Staatsregierung tun. "Nicht nur das Ziel, bis 2030 schuldenfrei zu sein, muss uns die nächsten Jahre ständig begleiten. Sondern auch die Veränderungen in der Gesellschaft." Weiterhin dankte Muthmann dem Hausherrn in Eging am See, Bürgermeister Walter Bauer. "Es freut mich, dass die Veranstaltung bei uns stattgefunden hat - auch wenn Eging in Sachen Demographischer Wandel auf einer Sonneninsel liegt", sagte Bauer. "Seit meinem Amtsantritt haben wir nur steigende Einwohnerzahlen."