Hausärzte im Altlandkreis Wegscheid: Minister Huber ist für Überprüfung


Nach der Kritik von FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann an der noch immer nicht angemessenen Versorgung durch Haus- und Fachärzte im Altlandkreis Wegscheid, hat Gesundheitsminister Marcel Huber nun gute Nachrichten für die betroffenen Kommunen. In einem Schreiben an Muthmann teilt er mit, dass er eine Überprüfung der Situation im Landkreis Passau für erforderlich hält. Eine Änderung der jetzigen Situation sei generell möglich, denn die Kassenärztliche Vereinigung (KVB) muss regionale Besonderheiten bei der Bedarfsplanung berücksichtigen und darf in diesem Zusammenhang auch von den Vorgaben abweichen. Huber verweist auf einen Fall in Franken. „Dort wurde ein Versorgungsbereich aufgrund der demographischen Struktur noch einmal aufgeteilt und die Situation dadurch verbessert“, erklärt Muthmann, der auch für den nördlichen Landkreis Passau einen eigenen Versorgungsbereich fordert.
Auch nach der Verbesserung des Bedarfsplanes Ende Juni 2013 gehört der Altlandkreis Wegscheid noch zum Versorgungsbereich der Stadt Passau. „Es besteht die Gefahr, dass ein in Breitenberg wegfallender Kassenarzt in der Stadt Passau aufgefüllt wird. Die Verlierer sind die Bürger in den ländlichen Regionen. Das muss schnellstens geändert werden.“
Inwieweit eine neue Einteilung für den Landkreis Passau in Betracht kommt, müsse laut Huber die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns gemeinsam mit den Krankenkassen entscheiden. Daher ermutigt Huber in seinem Schreiben alle betroffenen Kommunen, „in einen aktiven Dialog mit der zuständigen KVB einzutreten, um gemeinsam Lösungsmöglichkeiten für die konkreten Notwendigkeiten vor Ort zu erarbeiten“. Muthmann hat bereits den ersten Schritt gemacht und die Problematik in einem Schreiben an die KVB geschildert.
Der nördliche Teil des Landkreises Passau habe strukturell erhebliche Schwierigkeiten und benötige besondere Unterstützung bei seiner weiteren regionalen Entwicklung. „Ob und inwieweit sich diese Region kraftvoll wirtschaftlich entwickelt, hängt neben vielen Fragen der wirtschaftlichen und schulischen Entwicklung natürlich im besonderen Maße auch von der flächendeckenden und bedarfsgerechten medizinischen Versorgung in dieser Region ab“, so Muthmann. „Dies kann aber nur gelingen, wenn der nördliche Teil des Landkreises Passau in der Beurteilung nicht mit der Stadt Passau – zumindest hinsichtlich der Hausärzte – in einen Topf geworfen wird.“