Immer weniger Dorfläden: "Landesplanung war verfehlt"


Die Dorfläden in Niederbayern werden immer weniger. Der Bayerische Rundfunk hat zu dem Projekt „Nahversorgung in Gefahr" entsprechend recherchiert und die Anzahl an Läden an einem bestimmten Ort 2005 mit der von 2015 verglichen. Das Ergebnis ist besorgniserregend: In Freyung-Grafenau ging die Anzahl von 86 Läden auf 63 zurück (minus 26,7 Prozent), im Landkreis Regen von 63 auf 56 (minus 11,1 Prozent) und im Landkreis Passau von 147 auf 127 (minus 13,6 Prozent).
"Die Zahlen machen deutlich, dass die bisherige Landesplanung in Bayern verfehlt war – nach dem Prinzip: Nur dort, wo viel Kaufkraft vorhanden ist, darf auch zusätzlicher Einzelhandel genehmigt werden“, sagt MdL Alexander Muthmann. "Wenn wir den Einzelhandel in der Fläche Bayerns erhalten und Versorgungslücken schließen wollen, müssen wir stärker in die dörfliche Infrastruktur investieren." Außerdem müssen Beratung und Begleitung zur Gründung oder Modernisierung von Dorfläden verstärkt werden. "Deshalb muss Finanzminister Söder nun endlich liefern: Von ihm erwarte ich spätestens zum Doppelhaushalt 2017/18 deutlich höhere Fördermittel. Denn viele Gemeinden klagen zurecht darüber, dass die Mittel für Dorferneuerungsmaßnahmen viel zu knapp bemessen sind. Unverzichtbar ist allerdings auch, dass die Menschen im Sinne regionaler Wertschöpfung vor Ort in ihren Dorfläden einkaufen. Nur dann können begleitende Maßnahmen der Landespolitik fruchten."