MdL Muthmann zu Besuch bei Gudula Lermer im Forstbetrieb Neureichenau

Die Folgen des Sturms „Kolle“ waren Hauptthema bei einem Informationsgespräch von MdL Alexander Muthmann im Forstbetrieb Neureichenau. Die Leiterin, Gudula Lermer, und ihr Stellvertreter Albert Pauli gaben dem Abgeordneten einen Überblick über die derzeitigen Maßnahmen. Im Vergleich zu den oft arg gebeutelten Privatwaldbesitzern habe der Forstbetrieb Neureichenau auf die Fläche gesehen Glück gehabt. Arbeit gebe es dennoch genug. „Wir haben in den Windwürfen derzeit einen Holzeinschlag von 20 000 Festmeter pro Woche“, erklärte Gudula Lermer. Dies entspricht einer Menge von 800 Lkw-Ladungen. Auf den Markt komme dieses Holz jedoch nicht. „Wir haben zwei Holznass-Lager bei Heldengut und in Schwarzenthal bei Haidmühle“, so Albert Pauli. „Dort können wir das Holz, soweit es gut beregnet wird, drei bis vier Jahre lang lagern.“ Dadurch soll laut Gudula Lermer der Holzmarkt entlastet werden, damit das Holz aus den Privatwäldern abfließen kann. „Das ist eine Solidaritätserklärung von uns an die Waldbesitzer.“ Voraussichtlich sollen 80 000 Festmeter Holz in die Nasslager kommen, „das kostet uns eine Million Euro und damit leisten wir einen erheblichen Beitrag für den Privatwald“, so Gudula Lermer. Die Bayerischen Staatsforsten haben auch den Frischholzeinschlag gestoppt, dies entschärfe die Situation auf dem Holzmarkt ebenso. Was die Forstamtsleiterin in diesem Zusammenhang besonders freut, ist die große Hilfsbereitschaft von außen. „Gleich nach dem Sturm haben Forstunternehmen bei uns angerufen und gefragt, ob wir Hilfe benötigen.“ Nun sei die Aufarbeitung der Windwürfe bis Mitte November sichergestellt werden.
Bei dem Informationsaustausch ging Gudula Lermer auch noch auf den generellen Zustand der Staatswälder ein. „Der Fichtenanteil sinkt wegen dem Borkenkäfer, aber Tanne und Buche verjüngen sich in unseren Wäldern sehr gut, da haben wir frühzeitig die Weichen gestellt.“ In den 18 000 Hektar Staatswald mussten im aktuellen Jahr nur elf Hektar aufgeforstet werden, den Rest übernehme die Natur. Laut Pauli sei dies ein sehr guter Wert, andere Forstbetriebe müssten bei vergleichbarer Gesamtfläche an die 200 Hektar anpflanzen. „Da sind wir sehr gut ausgestattet“, so Gudula Lermer.