Neuer Bedarfsplan für Hausärzte: Ist die medizinische Versorgung auf dem Land gesichert?

Die Kassenärztlichen Vereinigungen auf Landesebene haben im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Krankenkassen einen neuen Bedarfsplan erstellt. „Die Situation in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen verbessert sich dadurch. Das Wegscheider Land hingegen ist immer noch benachteiligt“, kritisiert FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann.
Die Situation war bislang folgende: Niederbayern war in elf Versorgungsbereiche aufgeteilt. Jedem wurde eine bestimmte Anzahl an Haus- und Fachärzten zugesprochen. „Das Problem hierbei war, dass oft ländliche und städtische Regionen in einem Versorgungsbereich zusammengefasst waren“, so Muthmann. Ging zum Beispiel ein Arzt in Wegscheid in den Ruhestand und fand keinen Praxisnachfolger, konnte den frei gewordenen Platz auch ein Arzt in der Stadt Passau besetzen. „Die Ärzte konzentrierten sich dann oft lieber auf die größeren Städte, was zum Problem für die ländlichen Regionen wurde.“
Dieses Problem konnte nun zum Teil behoben werden. „Nun gibt es 21 Versorgungsbereiche.“ Die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau wurden jeweils in zwei Bereiche aufgeteilt, wodurch eine sinnvolle Verteilung eher gewährleistet sei. „Der Altlandkreis Wegscheid hingegen gehört immer noch zum Versorgungsbereich der Stadt Passau“, so Muthmann. Die Situation in den Gemeinden Sonnen, Breitenberg, Wegscheid, Untergriesbach, Obernzell und Hauzenberg werde mit der in der Stadt Passau beurteilt. „Dies erscheint mir falsch und änderungsbedürftig.“ Deshalb hat sich Muthmann in einem Schreiben an Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber gewandt. „Meine Forderung lautet: Das Wegscheider Land muss ein eigenständiger Versorgungsbereich werden.“
Der nördliche Teil des Landkreises Passau habe strukturell bekanntermaßen erhebliche Schwierigkeiten und benötige besondere Unterstützung bei seiner weiteren regionalen Entwicklung. „Ob und inwieweit sich diese Region kraftvoll wirtschaftlich entwickelt, hängt neben vielen Fragen der wirtschaftlichen und schulischen Entwicklung natürlich im besonderen Maße auch von der flächendeckenden und bedarfsgerechten medizinischen Versorgung in dieser Region ab“, so Muthmann. „Dies kann aber nur gelingen, wenn der nördliche Teil des Landkreises Passau in der Beurteilung nicht mit der Stadt Passau – zumindest hinsichtlich der Hausärzte – in einen Topf geworfen wird.“