Neue EU-Verordnung belastet das Ehrenamt


Vereinsvorstände schauen in diesen Tagen mit einem misstrauischen Blick in Richtung Berlin. Dort wird im November im Bundesrat über die nationale Durchführungsverordnung zur EU-Lebensmittelinformationsverordnung verhandelt, die die Ausweisung von Allergenen in loser Ware regelt. Wird die Verordnung wie vorgesehen verabschiedet, droht den Vereinen gerade in der Weihnachtszeit ein kaum zu bewältigendes Bürokratiemonster.
„Der aktuelle Entwurf nutzt die durch die EU vorgesehen Spielräume zu Gunsten der Beteiligten nicht aus und wird damit für das Ehrenamt zu einer absolut unnötigen Belastungsprobe“, so MdL Alexander Muthmann. Denn wie soll ein Verein beim Plätzchenverkauf oder Küchenbüffet genau angeben können, welche Allergene in welcher gespendeten Leckerei enthalten sind? „Das geht an der Lebenswirklichkeit vorbei. Wir sollten uns freuen, dass sich so viele Menschen ehrenamtlich engagieren und ihnen nicht durch unnötige Vorschriften auch noch Steine in den Weg legen“, so Muthmann. Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion fordert daher, dass das Ehrenamt aus der Verordnung ausdrücklich ausgenommen wird.
Wichtig ist Muthmann jedoch, dass all dies nicht zu Lasten der an Allergien leidenden Menschen geht: „Es ist wichtig, dass jeder Allergiker weiß, welche Waren er oder sie bedenkenlos essen kann. Doch das ist auf wesentlich einfachere Art möglich, als dies die Bundesregierung aktuell vorsieht. Auf solche Weihnachtsgeschenke können wir gut verzichten.“