Behördenverlagerungen: "Ein Zeitplan gehört schnellstmöglich nachgeliefert"

Das Bayerische Kabinett hat das Konzept zur Behördenverlagerung in Bayern beschlossen. Über einen Zeitraum von fünf bis zehn 10 Jahren soll die Verlagerung von 2225 Arbeitsplätzen von Beamten und Tarifbeschäftigten sowie von 930 Studierenden aus den Ballungsräumen erfolgen. 395 Stellen gehen nach Niederbayern. Das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Freyung bekommt durch die Behördenverlagerung neue Nachbarn: 40 Beamtenstellen des Landesamtes für Digitalisierung sollen innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre hierher verlagert werden. Grafenau soll einen Förderstützpunkt der Landesbodenkreditanstalt mit zehn Stellen bekommen.
Eine Abteilung des Landesamtes für Steuern soll in der Glasstadt Zwiesel angesiedelt werden. 100 Mitarbeiter sind dafür angekündigt. 30 Stellen der Staatlichen Führungsakademie (FüAk) für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten kommen nach Regen.
Unter anderem bekommt Vilshofen 55 Arbeitsplätze dazu – 50 Stellen werden dabei vom Bauamt Deggendorf nach Vilshofen umgesiedelt, fünf weitere Stellen gehen in den IT-Bereich.
In Deggendorf, am Kreuzungspunkt der A92 und der A3, wird eine Außenstelle der Autobahndirektion Süd mit 160 Mitarbeitern errichtet.
Laut MdL Alexander Muthmann sei es erfreulich, dass der Bayerische Wald bei den Behördenverlagerungen zusätzliche Stellen bekommen wird. „Im Landkreis Freyung-Grafenau haben wir uns jedoch erhofft, dass die Anzahl der verlagerten Arbeitsplätze mit denen im Landkreis Regen gleichwertig ist.“ Dies habe sich leider nicht bestätigt, nach Freyung-Grafenau kommen 50 Stellen, nach Regen 130. „Was nun noch fehlt, ist ein Zeitplan“, so Muthmann. „Dieser gehört schnellst möglich nachgeliefert. Wir wollen wissen, bis wann die Umsetzung in den einzelnen Bereichen geplant ist.“ Zu hoffen sei auch, dass die vorgestellten Verlagerungen nicht der Abschluss von Söders Konzept sind, gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern zu schaffen, sondern nur ein erster Schritt. „Damit der ländliche Raum konkurrenzfähig zu den Metropolregionen wird, müssen noch viele weitere Initiativen folgen. Ich hoffe auch, dass die Behördenverlagerungen ein Signal an die Wirtschaft sind, im ländlichen Raum zu investieren.“

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