Polizei Waldkirchen: Asylbewerberheim rechtfertigt Erhalt aller fünf Stellen

Dass bei der Polizeistation Waldkirchen nun nur drei statt fünf Stellen abgebaut werden, ist für FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann kein guter Kompromiss für die Region. „Mit diesem Entschluss des Ministers sollten wir uns nicht zufrieden geben. Es gibt genügend Argumente, die für den Erhalt aller fünf Stellen sprechen“, erklärt Muthmann und verweist auf die in Freyung im November vergangenen Jahres entstandene Asylbewerbererstaufnahmeeinrichtung für bis zu 400 Personen. „Weder die Polizeiinspektion Freyung noch die Polizeistation Waldkirchen – die ja zusammen gehören - haben hier zusätzliches Personal bekommen.“ Anders hätten das Innenministerium und das Polizeipräsidium Niederbayern in Deggendorf entschieden. Nachdem dort eine Erstaufnahmeeinrichtung für 600 Asylbewerber eingerichtet wurde, habe es für die Polizeiinspektion Deggendorf sechs zusätzliche Beamtenstellen gegeben. „Angesichts dieser Tatsache wäre eine Erhaltung des Bestandes in Waldkirchen angebracht gewesen. Dieses Argument hätte bei der Entscheidung berücksichtigt werden müssen“, so Muthmann. Derzeit könne man in Freyung beobachten, dass sich die Einsatzzahlen der Polizei erhöhen. „Es ist zu erwarten, dass dieser Trend anhält.“ Daher wäre ein Verzicht auf die Stellenstreichung in Waldkirchen gerecht. „Aber hier wird mit zweierlei Maß gemessen – zu Lasten unserer Region“, kritisiert Muthmann.
Ebenfalls ein schiefes Bild ergebe sich beim Vergleich der Belastungszahlen der Polizeiinspektion Zwiesel und der Polizeistation Waldkirchen. In Zwiesel wurden im vergangenen Jahr 616 Straftaten bearbeitet, in Waldkirchen 628. „Die beiden Werte liegen nah beieinander, die Zahlen der in beiden Städten angesiedelten Polizeibeamten gehen jedoch weit auseinander“, erklärt Muthmann. In Zwiesel liegen die Sollstellen bei 44 Beamten, in Waldkirchen derzeit noch bei 23. „Das wäre wiederum ein Argument, die fünf Stellen in Waldkirchen beizubehalten.“
Was Muthmann außerdem noch ärgert, ist das Verhalten der CSU. „Sie stellen den Erhalt von zwei Stellen nun als ihren großen Erfolg da. Dabei haben sie diese Problematik gar nicht aufgegriffen. Wäre die Opposition nicht geschlossen gegen den Stellenabbau gewesen, wäre das Thema schon längst vom Tisch und alle fünf Arbeitsplätze gestrichen.“