Muthmann zieht positive Bilanz nach Golfstaaten-Reise mit Ministerpräsident Seehofer

Eine positive Bilanz zieht FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann nach seiner Reise mit Ministerpräsident Horst Seehofer nach Saudi-Arabien und Katar. Wie stark sich diese Kulturen von der westlichen Welt unterscheiden, wurde gleich beim Aufenthalt in Saudi-Arabien deutlich. „Es gibt nur eine Religion. Für Andersgläubige ist die Ausübung ihrer Konfession verboten und unter Strafe gestellt“, berichtet Muthmann. „Die Burka ist in Saudi-Arabien für Frauen Pflicht, Autofahren ist für sie verboten.“ Ein Zeichen, dass sich das Land öffnet, sei die Tatsache, dass rund 60 Prozent der Studierenden mittlerweile weiblich sind. Unterrichtet werden sie allerdings in separaten Frauen-Universitäten. „Man erkennt, dass der Öffnungsprozess begonnen hat. Aber bis sich die Situation ändert, wird es sicherlich noch mindestens eine Generation dauern.“ Der Grund: Es gebe noch zahlreiche Ultraorthodoxe und Fundamentalisten in Saudi-Arabien, deren Ansichten beachtet werden müssen. „Ein schneller Prozess würde nur zu inneren Unruhen führen“, erklärt Muthmann und erinnert an den Schah von Persien, der versucht hat, den Iran schnell zum Westen hin zu öffnen. „Er ist gescheitert und hat nur erreicht, dass sich die religiös-islamischen Kräfte etabliert haben.“
Neben dem Besuch von König Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud stand in Saudi-Arabien außerdem ein Gespräch mit Vertretern von Aramco, der größten Erdölfördergesellschaft der Welt, auf dem Programm. Der Konzern fördert rund zehn Prozent des weltweiten Öls, täglich sind dies über eine Milliarde Liter.
Moderner als Saudi-Arabien wirke laut Muthmann Katar, nicht nur vom äußeren Erscheinungsbild her, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. „Die Burka ist hier nicht mehr staatlich verordnet, Frauen dürfen unverschleiert in der Öffentlichkeit auftreten und anders als in Saudi-Arabien auch Autofahren.“ Neben dem Gespräch mit Emir Scheich Tamim bin Hamad al Thani stand auch die im Jahr 2022 stattfindende Fußball-WM im Fokus der Delegationsreise. Derzeit laufen in Katar, das mit einem Durchschnittseinkommen von 93 000 Dollar pro Jahr das reichste Land der Welt ist, die Vorbereitungen. „Wir haben den Organisationschef Hassan Al-Thawadi getroffen, der sich momentan vor allem um den Bau der Fußballstadien kümmert“, berichtet Muthmann. Zwischen acht und zwölf Stadien sollen schon bis 2019 gebaut werden, nach der WM werden einzelne nach derzeitigem Stand der Planungen abgebaut und nach Afrika transferiert. „Ziel der Fußball-WM ist es natürlich, Katar ins Rampenlicht der Welt zu stellen“, sagt Muthmann. „Doch neben all dem muss das Land bei dem Vorhaben auch unter Beweis stellen, dass vernünftige Arbeitsbedingungen herrschen.“ Zwei Maßnahmen seien bereits eingeleitet worden: Zum einen verpflichten sich laut den Organisatoren der Fußball-WM die Firmen, die beim Bau der Stadien Aufträge erhalten, gewisse Mindeststandards für Arbeitnehmer einzuhalten. Außerdem führe das Land selbst Kontrollen durch. „Aber auch die FIFA muss sich diesem Thema annehmen“, fordert Muthmann.
Spürbar sei in Katar auch allerorts, welchen Reichtum die riesigen Gasvorkommen gebracht haben. „Allein die vielen Prunkbauten im ganzen Land zeugen davon“, sagt Muthmann. „Allerdings wissen die Kataris auch, dass Öl und Gas endlich sind und beginnen, ihr Geld in Investitionen in anderen Ländern anzulegen.“ Beispielsweise sei Katar mit 21 Prozent an der VW AG beteiligt.
Generell sehe Muthmann solche Wirtschaftsreisen als gewinnbringend - vor allem in Länder wie Saudi-Arabien oder Katar, in denen der König oder Emir noch unmittelbar Investitionsentscheidungen treffen kann. „Wenn der Emir oder der König anordnen, dass 1000 Gasbusse von einer deutschen Firma gekauft werden sollen, ist dies beschlossene Sache.“ Deswegen sei das Knüpfen solcher Wirtschaftsbeziehungen von großer Bedeutung für Bayern.