Workshop in FRG: Kliniken-Zahlen fehlen im Konsolidierungsgutachten für den Landkreis

Das Gutachten des kommunalen Prüfungsausschusses zur Konsolidierung des Landkreises sowie die Sanierung der Berufsschule Waldkirchen standen auf der Tagesordnung eines Workshops der Freien Wähler in Freyung-Grafenau im Gasthaus Boxleitenmühle. Nicht nur Kommunalpolitiker, sondern auch Vertreter der Wirtschaft waren zu der Veranstaltung gekommen, um diese Themen zu diskutieren
MdL Alexander Muthmann stellte die Eckpunkte des Berichts des kommunalen Prüfungsverbandes zur Konsolidierung des Landkreises vor. „Trotz aktuell günstige Wirtschaftslage, einer überdurchschnittlichen Inanspruchnahme der Kreisumlage und der zu erwartenden Stabilisierungshilfen bestehen im Falle einer ungünstigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erhebliche Finanzierungsrisiken“, sagte Muthmann und zeigte einige im Gutachten genannte Konsolidierungsansätze auf. Die darin aufgeführten Zahlen reichen laut Muthmann jedoch nicht aus, um über die weitere Leistungsfähigkeit des Landkreises Freyung-Grafenau urteilen zu können. „Um vor allem über die weitere Vorgehensweise bei der Sanierung der Berufsschule beraten zu können, müssen auch die Betriebskosten und Defizite der Kliniken GmbH, die im Rahmen der Umstrukturierungen entstehen werden, aufgezeigt werden. Diese Zahlen müssen unbedingt noch nachgereicht werden.“
Franz Brunner, erster Vorsitzender der CWG-FW, stellte im Anschluss den derzeitigen Zustand der Berufsschule Waldkirchen vor. „2015 gab es 190 Ausbildungsbetriebe mit 293 Auszubildenden“, erklärte Brunner. „Die Tendenz ist steigend.“ Nachdem das Wegfallen von Ausbildungszweigen an einer Schule Jugendliche von der Wahl ihres eigentlichen Traumberufes oftmals abhalte, sei es notwendig, die Berufsschule zeitnah zu sanieren. „Es ist ein unzumutbarer Zustand für die zirka 950 Schüler und die 93 Lehrer“, sagte Michael Anderle, Personalratsvorsitzender der Berufsschule Waldkirchen. Zustimmung erhielt er von Matthias Haydn vom gleichnamigen Holzbaubetrieb. „Die Dachdecker sind verärgert, dass sie seit Jahren im Container unterrichtet werden müssen und keine Änderung in Sicht ist.“ Dies müsse nun schnellstmöglich geändert werden, erklärten Muthmann und Brunner. Bereits in der Kreistagssitzung vom 16. März 2009 wurde die Generalversammlung der Berufsschule Waldkirchen einstimmig beschlossen. „Bis heute sind wir keinen wesentlichen Schritt weiter gekommen.“ Auf Kosten der Schüler, Lehrer und Betriebe.“
Alois Atzinger, Gremiumsvorsitzender der IHK, erklärte dass die Berufsschule Waldkirchen einen sehr guten Ruf in Bayern genieße. Zusammen mit der Handwerkskammer habe er einen Brief an den Landrat verfasst, in dem auf die erheblichen Mängel in dem Gebäude hingewiesen wurden. „Die wohnortnahe Ausbildung erhöht die Chance, dass die Fachleute in der Region bleiben“, sagte Atzinger. Dem stimmte auch die stellvertretende Landrätin Renate Czerny zu. „Es ist wesentlich einfacher, möglichst viele junge Menschen zum Bleiben in der Region zu bewegen, als sie nach dem Wegzug aus beruflichen Gründen wieder in die Heimat zu bringen.“ Mit der Sanierung der Berufsschule biete man nicht nur den Auszubildenden, sondern auch der Wirtschaft ein ansprechendes Angebot. „Worauf sollen wir noch warten“, fragte Muthmann in die Runde. „Die Landkreis-Finanzen waren immer schwierig und das wird auch so bleiben.“

BIU: Beim Workshop der Freien Wähler (von links): Michael Anderle (Personalratsvorsitzender BS Waldkirchen), Alois Jakob (Metallbaufirma), Alois Atzinger (IHK Gremiumsvorsitzender), Mathias Haydn (Holzbau und Dachdeckereibetrieb), stellvertretende Landrätin Renate Cerny, MdL Alexander Muthmann und Franz Brunner, 1. Vorsitzender der CWG-FW. – Foto: Süss