Delegationsreise nach Israel: Ein Land voller Gegensätze


Anfang März besuchte eine Delegation der FREIEN WÄHLER Fraktion unter der Leitung von MdL Alexander Muthmann eine Woche lang Israel und erlebte ein selbstbewusstes und leistungsbereites Land voller Gegensätze inmitten des Krisenherdes im Nahen Osten. Übrigens, alle Teilnehmer haben die Reise selbst bezahlt.
Am Beginn der Reise stand eine fundierte Analyse der Situation im Nahen Osten durch den Arzt und Journalisten Gil Yaron: Er wies u.a. auf die abnehmende Produktivität in der arabischen Welt hin und führte das auf den Mangel an Freiheit, Bildung und die fehlende Emanzipation der Frauen zurück. Daneben würden die klimatischen Veränderungen die politisch ohnehin explosive Lage weiter verschärfen. In Syrien beispielsweise gab es zwischen 2006 und 2011 verheerende Dürren, die 85% der Herden verenden und 800 Tsd. Menschen mittellos werden ließen.
„Bei einem Empfang des deutschen Botschafters Clemens von Goetze sprachen wir vor allem über das ungelöste Verhältnis zwischen Israel und den Palästinensern und der Schwierigkeit, derzeit auf palästinensischer Seite überhaupt einen zu Verhandlungen autorisierten Ansprechpartner zu finden“, so Muthmann. Im israelischen Außenministerium erläuterte der Leiter der Abteilung für Westeuropa, Ilan Ben-Dov, das Verhältnis Israels zu den USA, zur EU – mit kritischen Anmerkungen – und zu Israels unmittelbaren Nachbarn, insbesondere zu Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Libanon, aber auch der Hamas.
Eindrucksvoll war auch der Besuch bei ORT Israel, einem israelischen Bildungsinstitut, das Bildungskonzepte für israelische Schulen entwickelt: Die Tendenz geht weg vom Fachunterricht und hin zur Entwicklung von fachübergreifenden Kompetenzen. Dazu passte auch ein Besuch bei dem Startup Unternehmen moovit, das ein Beispiel gab für Israels weltweit führende Rolle bei der Softwareentwicklung.
Interessant waren auch die vielen Termine und Personen, die der Repräsentant der Bayerischen Vertretung in Israel – Godel Rosenberg – vermittelte: So luden er und seine Frau die Gruppe nicht nur zu einem Shabat-Essen ein, wo auch deutschsprechende Mitglieder seiner jüdischen Kirchengemeinde mit dabei waren, sondern er vermittelte auch z.B. Gespräche mit einem Offizier der israelischen Armee und als spannendes Kontrastprogramm ein Gespräch mit einem palästinensischen Ehepaar, das im Westjordanland zuhause ist.
Tief berührt und betroffen hat laut Muthmann die Teilnehmer eine Führung durch die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, in der die Verbrechen des Naziregimes eindrucksvoll anhand von Einzelbeispielen nahegebracht werden. Die einfühlsame Architektur der Ausstellung von Yad Vashem soll durch die hohen grauen und unbezwingbaren Wände die hoffnungslose Situation der Juden im Dritten Reich deutlich machen. Das Lichtband am oberen Ende der Konstruktion ist unerreichbar. Es gibt aber auch Licht am Ende des Tunnels. Zum Abschluss des Besuchs hat MdL Muthmann für die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion einen Kranz zum Gedenken und mit der Aufschrift „Verantwortung leben“ niedergelegt.
Zum Ende der Reise hat die Gruppe den See Genezareth besucht und einen Gottesdienst an der Stelle, wo die Brotvermehrung stattfand, miterlebt. Auch ein Besuch der Verkündigungskirche in Nazareth stand auf dem Programm sowie in Jerusalem neben der Via Dolorosa auch die Klagemauer in der Altstadt, einer religiösen Stätte des Judentums. Auch die FW-Besuchergruppe steckte in die Ritzen der mächtigen Steinblöcke, wie so viele Besucher, kleine Zettel mit ganz persönlichen Wünschen.
Ein Tag am Toten Meer, wo Erholung und Zeitunglesen angesagt war, rundete die Reise ab.
„Seit Montag sind wir wieder da“, sagt Muthmann. „Am Dienstag wurde ein amerikanischer Tourist auf offener Straße in Tel Aviv/Jaffa von einem Palästinenser erstochen. Der Tatort lag 500 Meter von unserem Hotel an der Strandpromenade, wo ich die Tage vorher gerne morgens beim Joggen war.“