Europawoche: MdL Muthmann am Gymnasium Waldkirchen


Eine Sozialkundestunde der besonderen Art stand für die Klasse 9c des Johannes-Gutenberg-Gymnasiums auf dem Stundenplan. Im Rahmen der bundesweiten Europawoche besuchte MdL Alexander Muthmann die Klasse und gestaltete mit ihnen eine von Information und Diskussion gleichermaßen geprägte 90-minütige Unterrichtseinheit.
Muthmann verwies eingangs auf das Schreiben von Landtagspräsidentin Barbara Stamm, welche die Abgeordneten aller Fraktionen gebeten hat, gerade auch in schwierigen Zeiten ein überzeugtes "Ja zu Europa" an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Sehr gerne habe er diese Botschaft mit ans JGG gebracht, so Muthmann, der – auch auf Bitten der Schüler – insbesondere die Flüchtlingsthematik in den Mittelpunkt seines "Unterrichts" stellte. Ausgehend von den Fluchtursachen, aber auch von rechtlichen Vorgaben wie dem Schengener- oder Dublin-Abkommen wurde der Kern der Herausforderung beleuchtet. In der Diskussion mit den Schülern wurde dann schnell klar: Bezogen auf Deutschland sei die Hilfsbereitschaft zwar groß und vielerorts wahrlich vorbildlich, jedoch seien die Möglichkeiten der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen nicht unendlich. Außerdem sei die Übereinkunft zwischen der EU und der Türkei kein Schritt zur Bekämpfung von Fluchtursachen, sondern nur eine Maßnahme, Flüchtlinge von ihrem weiteren Weg nach Mitteleuropa abzuhalten.
Einig waren sich die Schüler und der Abgeordnete in dem Punkt, dass das Erstarken rechtspopulistischer und europakritischer Parteien wie AfD oder FPÖ bedenklich und alles andere als die richtige Antwort auf dem Weg zur Lösung der Flüchtlingsherausforderung sei.
Die Schüler der 9c hatten sich zusammen mit Studienrat Martin Spies entsprechend der Lehrplan-Themenbereiche "Toleranz und soziale Integration als Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben" sowie "Leben in Europa" auf den Besuch von MdL Muthmann vorbereitet und nahmen das Angebot, Politikunterricht aus den Händen eines Politikers zu erhalten, gerne an.
Die Europawoche findet alljährlich um den 9. Mai statt. Sie erinnert an das Jahr 1950, als der damalige französische Außenminister Robert Schuman seinen Vorschlag für ein Vereintes Europa als unerlässliche Voraussetzung für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen präsentierte. Diese "Schuman-Erklärung" gilt als Grundstein der heutigen Europäischen Union.

- Text/Foto: Christian Weishäupl; PNP vom 3. Mai 2016