Nationalpark Bayerischer Wald wirkt positiv auf die Region - MdL Muthmann referiert im Steigerwald“

In Bayern soll ein dritter Nationalpark entstehen. Als Favorit wird derzeit der Spessart gehandelt. Doch auch im Steigerwald bemühen sich die Befürworter eines Nationalparks weiterhin um Aufklärung und rühren für ihre Region die Werbetrommel. Aus diesem Anlass fand ein Informationsabend unter dem Motto „Vitaminspritze für den Steigerwald“ statt, organisiert wurde dieser vom Verein Nationalpark Nordsteigerwald. Unter anderen referierte FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann über die Entwicklung des Nationalparks Bayerischer Wald und wie sich dieser positiv auf die Region auswirkt.
„Die Region muss mitverhandeln und darf sich nicht zu billig verkaufen“, lautete der Ratschlag des Abgeordneten, der auch Vorsitzender der Juniorranger des Nationalparks Bayerischer Wald ist. „Nicht nur die Einrichtung eines Schutzgebietes muss eingefordert werden, sondern auch der Aufbau einer touristischen Infrastruktur, wie zum Beispiel Besucherzentren.“ Die beiden Besucherzentren des Nationalparks Bayerischer Wald in Neuschönau und in Ludwigsthal seien – vor allem auch mit ihren Tierfreigeländen – zu Besuchermagneten geworden. Der Nationalpark habe zu einem Mehrwert in der Region geführt, dies spiegelt sich laut Muthmann auch in Zahlen des Zentrums für marktorientierte Tourismusforschung der Universität Passau (CenTouris) wider. „In einer Umfrage haben 19, 8 bzw. 34,9 Prozent der Urlauber erklärt, dass die Existenz des Nationalparks bei der Wahl des Urlaubsortes eine sehr große bzw. eine große Rolle gespielt hat.“ 45,8 Prozent der Urlauber seien laut CenTouris als Nationalpark-Touristen im engeren Sinn zu sehen.
In seinem Vortrag ging Muthmann auch auf die Geschichte des 1970 gegründeten Nationalparks Bayerischer Wald ein, insbesondere auf zwei politische Entscheidungen aus den Jahren 1983 und 1997. 1983 entschied Staatsminister Eisenmann, dass die nach einem Gewittersturm entstanden Windwurfflächen in der Reservats-Zone nicht aufgearbeitet werden sollen. „1997 entschied Ministerpräsident Stoiber, dass der Borkenkäfer nur in der Randzone zum Schutz der Privatwälder bekämpft werden soll, nicht aber in der Kernzone des Nationalparks“, so Muthmann. Mit diesen Entscheidungen galt die Devise: „Natur Natur sein lassen“. „Es war eine schwierige Zeit für die Region. Die Menschen fürchteten, dass die Touristen ausbleiben.“ Heute habe sich die Stimmung geändert. „Die Naturverjüngung hat eingesetzt, viele Menschen freuen sich über den neuen, vielfältigen Wald und sehen den Nationalpark als Eckpfeiler des Naturschutzes.“ In diesem Zusammenhang ging Muthmann auch auf die Widerstände aus der Bevölkerung bei der Erweiterung des Nationalparks in Richtung Zwiesel im Jahr 1997 ein sowie auf den Beschluss des Kommunalen Nationalpark-Ausschusses im Jahr 2015, weitere 1900 Hektar Naturzone auszuweisen.
Foto: Günther Oltsch