Muthmann: "Winterreifenpflicht für Elefanten muss weg"


Thurmansbang. 5000 Motorradfahrer aus ganz Europa werden vom 27. bis 29. Januar beim 56. Elefantentreffen im Hexenkessel von Loh in der Gemeinde Thurmansbang erwartet. Doch schon im Vorfeld herrscht Verunsicherung unter den Dickhäutern. Denn die gesetzlich vorgeschriebene Winterreifenpflicht hemmt die Freude am Fahren im Schnee. Fest steht: Laut Straßenverkehrsordnung müssen Motorradfahrer bei Schnee und Matsch mit Winterreifen fahren. Aber "es werden praktisch keine Winterreifen für Motorräder auf dem Markt angeboten", kritisiert der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) auf seiner Homepage.

"Die Elefanten sind bei schlechtem Wetter also illegal unterwegs", erklärt MdL Alexander Muthmann, der sich dem Thema angenommen hat. "Passiert ein Unfall, zahlt die Versicherung nicht." Was Muthmann besonders ärgert, ist, dass das Problem schon im vergangenen Jahr diskutiert wurde. "MdB Andreas Scheuer war vor Ort und hat versprochen, sich um eine Lösung zu kümmern." Vertreter des BVDM sind mit Thurmansbangs Bürgermeister Martin Behringer sogar zu einem Gespräch nach Berlin gefahren. "Doch die Diskussionen haben nichts gebracht", kritisiert Muthmann. "Scheuer hat sein Versprechen nicht gehalten. Die Elefanten haben nach wie vor keine Sicherheit." Dabei könne es laut Muthmann doch nicht so schwer sein, eine Ausnahmeregelung auszustellen. In Österreich sei dies auch möglich. "Dieses Vorgehen ist wieder ein Musterbeispiel für überbordende Regelungsflut und -wut, obwohl es dafür keinen Bedarf gab. Die Elefanten haben sich in der Vergangenheit sehr verantwortungsvoll verhalten, weder sich noch andere bei winterlichen Fahrbahnen in Gefahr gebracht. Ihnen jetzt Unerfüllbares abzuverlangen, haben sie nicht verdient."
Muthmann weist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Bedeutung des Treffens mit bis zu 5000 Beteiligten aus ganz Europa hin. "Wenn keine Regelung bei der Winterreifenpflicht gefunden wird, werden sich viele überlegen, ob sie das Risiko weiter eingehen und zu uns in den Bayerischen Wald fahren. Damit wäre die Region wieder um eine Attraktion ärmer.