Mit Parallelwährungen aus der Euro-Krise


Über Wege aus der Euro-Krise referierte Wirtschaftsprüfer Andreas Lannes (links) auf Einladung von MdL Alexander Muthmann (2. von rechts) im Gasthaus Vogl in Passau.

Infoabend von MdL Muthmann zum Thema "Ist der Euro in Gefahr?" in Passau

Passau. "Eine schwere Kost an einem heißen Sommerabend" präsentierte FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann den rund 40 Zuhörern beim Infoabend "Ist der Euro in Gefahr?" im Gasthaus Vogl in Passau. "Derzeit erinnern alle geplanten Maßnahmen bei der Euro-Krise an eine Operation am offenen Herzen", sagte Muthmann und begrüßte den Referenten Andreas Lannes, Partner der globalen Wirtschaftschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Dieser versprach, andere Lösungsansätze aufzuzeigen, als diejenigen, die derzeit in der Öffentlichkeit diskutiert werden. "Das Szenario, dass mit dem Rettungsschirm alles gut wird, daran glaube ich nicht", sagte Lannes. Es könne nicht sein, dass 17 Staaten der Reihe nach Pleite gehen, weil sie immer mehr Schulden aufnehmen, um Löcher zu stopfen. Ebenso nahm er den Zuhörern die Angst, dass es einen absoluten Zusammenbruch des Systems gibt. "Eine mögliche Lösung wäre, dass man die EU in zwei Währungs-Zonen aufteilt, in Nord- und Südeuropa zum Beispiel, um Staaten zusammenzuschließen, die wirtschaftlich ähnlich aufgebaut sind." Außerdem brachte Lannes den Gedanken von Parallelwährungen ins Spiel. "Bei Griechenland zum Beispiel ist nur noch eine staatliche Insolvenz möglich", so Lannes. "Danach könnte der Euro nur als Buchwährung bestehen bleiben, als inländisches Zahlungsmittel erhalten die Griechen ihre Drachmen zurück." Lannes sprach davon, dass dies die einzige sinnvolle Möglichkeit wäre, einen "Reset-Knopf" zu drücken. Auch andere Länder könnten nach diesem System einen wirtschaftlichen Neustart wagen.
Dass dies funktionieren kann, habe man bereits gesehen, und zwar drei Jahre vor der offiziellen Euroeinführung. "Da haben wir in Deutschland noch mit der D-Mark bezahlt, ob-wohl es im europaweiten Buchgeldverkehr schon den Euro gab." Was sich laut Lannes jede Nation außerdem zu Herzen nehmen müsse, ist der Abbau von Staatsschulden. "Wir müssen als Privatleute oder Unternehmer ja auch Geld zurück zahlen, wenn wir einen Kredit aufnehmen." Ansonsten würden Staaten immer wieder in diesen Teufelskreis und in die nächste Krise geraten.