Bürgergenossenschaft will Sonne aus der Kaserne


Das Vorantreiben der Energiewende ist in aller Munde. Doch wenn es darum geht, Worten Taten folgen zu lassen, geht bei manchen der Enthusiasmus verloren. Dieses Gefühl hat derzeit FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann. Als Mitbegründer der Bürgerenergiegenossenschaft Freyung würde er gerne die Dachflächen der Freyunger Kaserne mieten und dort Photovoltaikanlagen errichten. Doch seit über einem halben Jahr wartet er auf eine Antwort vom Bundesverteidigungsministerium, ob dieses Vorhaben auch realisierbar ist. „Wir werden nun seit Monaten vertröstet – und dafür habe ich kein Verständnis mehr.“

Die Idee, die Dachflächen der Kaserne zu nutzen, hatte Muthmann bereits im Januar dieses Jahres. „Alle Dächer sind noch unbestückt, verfügen über eine sehr gute Ausrichtung und die nötigen Flächen.“ Doch ein Brief an das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum, mit der Bitte, dieses Anliegen zu prüfen, viel eher negativ aus. Die Grundsätze des Vergaberechts, um einen möglichst offenen Wettbewerb herzustellen, müssten auch hier gelten. Außerdem seien angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen durchzuführen. „Deshalb werden vorerst keine weiteren Dachflächen vergeben“, hieß es in einem Schreiben.
Doch neue Hoffnung machte MdL Muthmann ein Gespräch mit Christian Schmidt , Staatssekretär des Verteidigungsministeriums. Im April hatte dieser die Kaserne in Freyung besucht und versprochen, sich dem Thema anzunehmen. „Ich nehme Ihre Anregung gerne mit − wenn man das klug miteinander angeht, können wir das für die Energiewende nutzen", sagte Schmidt damals. „Doch bis jetzt habe ich keine Antwort erhalten, obwohl ich ihm mehrmals geschrieben und immer wieder betont habe, dass die Bürgerenergiegenossenschaft Freyung von allen im Kreistag vertretenen Parteien unterstützt und mitgetragen wird“, so Muthmann. Einen Grund für das ablehnende Verhalten kann er sich auch vorstellen. „Es wäre ein sehr großer Aufwand für die Bundeswehr, die Dächer zu Verfügung zu stellen.“ Zum Beispiel müssten Außenstehende die Kaserne betreten, um Wartungsarbeiten und Ähnliches durchzuführen. „Dieser Aufwand steht nicht im Verhältnis zu der geringen Miete, die der Bund von der Bürgergenossenschaft erhalten würde.“ Doch dieses Argument lässt Muthmann nicht gelten. „Es kann nicht sein, dass nur das Umweltministerium für die Energiewende zuständig ist.“ Auch Fachministerien müssten ihren Beitrag dazu leisten – auch wenn dieser nicht unbedingt gewinnbringend ist. „Außerdem würde eine Zusammenarbeit auf dem Bereich der Energie das ohnehin ausgezeichnete Miteinander von Garnison und Region weiter verstärken.“