Absage für Bürgergenossenschaft: Keine Sonne aus der Kaserne


Es wäre ein tolles und zukunftsweisendes Projekt geworden: Freie Wähler MdL Alexander Muthmann hatte als Mitbegründer der Bürgerenergiegenossenschaft Freyung die Idee, die Dachflächen der Freyunger Kaserne zu mieten und dort Photovoltaikanlagen zu errichten. Nun, nach zahlreichen Briefen an das Verteidigungsministerium und ein halbes Jahr später, hat er endlich eine Antwort erhalten. Darin heißt es, dass die Bundeswehr die ihr zur Verfügung stehenden Dachflächen selber nutzen will und daher kein Spielraum bestehe, Flächen an Dritte zu vergeben.
Für Muthmann ist diese Antwort enttäuschend, vor allem weil ihm Christian Schmidt, Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, Hoffnungen gemacht hatte, dass dieses Vorhaben klappen könnte. Schmidt hatte im April die Kaserne in Freyung besucht und versprochen, sich dem Thema anzunehmen. „Ich nehme Ihre Anregung gerne mit − wenn man das klug miteinander angeht, können wir das für die Energiewende nutzen", sagte Schmidt damals. Nun hat er seine Meinung geändert. „Untersuchungen haben gezeigt, dass auf Grund der Veränderungen am Markt und der Reduzierung der Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen die Eigennutzung die wirtschaftlichste Alternative ist“, heißt es in dem Schreiben an Muthmann. Außerdem biete eine Eigennutzung viel mehr Vorteile, „da sich die installierten Anlagen frühzeitig amortisieren und bei Bedarf verlustfrei demontiert werden können“. Drittprojekte hingegen würden die Liegenschaften in der Regel über zwanzig Jahre hinweg binden.
Muthmann lässt diese Argumente aber nicht gelten. „Es ist klar, dass es ein sehr großer Aufwand für die Bundeswehr ist, die Dächer zu Verfügung zu stellen.“ Zum Beispiel müssten Außenstehende die Kaserne betreten, um Wartungsarbeiten und Ähnliches durchzuführen. „Dieser Aufwand steht nicht im Verhältnis zu der geringen Miete, die der Bund von der Bürgergenossenschaft erhalten würde.“ Dennoch müsse auch das Verteidigungsministerium seinen Beitrag zur Energiewende leisten, auch wenn dieser nicht unbedingt gewinnbringend ist. „Es kann nicht sein, dass nur das Umweltministerium für die Energiewende zuständig ist.“ Außerdem würde eine Zusammenarbeit auf dem Bereich der Energie das ohnehin ausgezeichnete Miteinander von Garnison und Region weiter verstärken und die vertrauensvolle Beziehung vertiefen. „Diese Chance ist nun vertan.“