Schulbusproblem in Großthannensteig: „An die Kinder wurde nicht gedacht“


MdL Alexander Muthmann (rechts) machte sich vom Schulbus-Problem in Großthannensteig ein Bild: Rita Uhrmann (von links), Sebastian, Anna und Sabine Grundmüller schilderten, wie anstrengend und vor allem auch gefährlich der derzeitige Weg zur Bushaltestell

Es ist 6.30 Uhr, noch stockfinster. Die Schüler aus Großthannensteig sind wie immer auf dem Weg zur Bushaltestelle. Auf der B12 brausen die Autos an ihnen vorbei. Doch eines ist heute anders. Denn die Kinder und Jugendlichen werden auf ihrem Schulweg von FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann begleitet. Er hat von dem derzeitigen Schulbus-Problem gehört und wollte sich selbst ein Bild machen. Sein Fazit: „Hier wurde wieder an alle gedacht - nur nicht an die Kinder“, sagt Muthmann, der nun das Straßenbauamt bittet, die Situation zu verbessern.
Es ist seit Wochen das Gesprächsthema in Großthannensteig: Nach der Fertigstellung der Überholspur bei Hutthurm hat die RBO die Haltestelle von der Siedlungsseite auf die andere Seite der B 12 verlegt. „Die zweimalige Querung der B12 mit einem Bus in den Morgenstunden will die RBO nicht riskieren“, erklärt Muthmann. Die Unterführung, die nach Großthannensteig führt, können die Busse nicht nutzen. Sie ist zu eng. Um zur Bushaltestelle zu gelangen müssen die Schüler nun durch die Unterführung gehen, was einen Umweg von 600 Metern bedeutet. „Wir müssen befürchten, dass Kinder aus Bequemlichkeit die B 12 direkt überqueren. Und das ist zu gefährlich.“
Es wurde schon viel über das Schulweg-Problem diskutiert, auch im Hutthurmer Gemeinderat. Doch eine Lösung kam bisher nicht zustande. „Die Eltern sind verständlicherweise verärgert, dass bei all den Baumaßnahmen niemand an die Schüler aus Großthannensteig gedacht hat“, erklärt Muthmann. Die Brücke bei der Dachsberg-Kapelle hingegen sei wegen des großen Wildwechsels extra erweitert worden. Die Kosten betrugen 800 000 Euro, fast das Doppelte als geplant. Auch die Fußgängerunterführung zum Kringeller Agrarzentrum kostete 200 000 Euro. „Nur für die Kinder aus Großthannensteig war kein Geld über. Da sind die Rehe wichtiger“, so die Kritik der Eltern, die am liebsten eine Fußgängerunterführung unter der Kreuzung hätten.
Bei einem zweiten Ortstermin, zu dem Hutthurms Bürgermeister Hermann Baumann am vergangenen Donnerstag geladen hatte, waren Vertreter des Landratsamtes, der Polizei, der RBO und der Bürger dabei. Die Bürger haben eine Unterschriftenliste gesammelt und fordern nun den Bau einer Fußgängerunterführung. „Alternativ wurde auch vorgeschlagen, die bestehende Unterführung so zu vergrößern, dass die Busse der RBO von Büchlberg kommend wieder auf die Buswendeplatte in Großthannensteig fahren können, um weiterhin die Kinder dort abzuholen“, erklärt Muthmann. „Die Vertreter der RBO haben sich dazu auch bereit erklärt.“
Die Forderungen, die die Bürger und Politiker haben, hat Alexander Muthmann nun an Robert Wufka, Leiter des Straßenbauamtes Passau, in einem Schreiben weitergeleitet. „Es muss nun schnell von Seiten des Straßenbauamtes geklärt werden, ob dieser unbefriedigende Zustand durch eine Fußgängerunterführung behoben werden kann“, so Muthmann. Außerdem wird Bürgermeister Baumann neben allen Abgeordneten aus der Region auch Robert Wufka zu einem Gesprächstermin einladen. „Das Bauamt hat durch die Maßnahmen auf der B 12 die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs mit beachtlichem Aufwand verbessert“, sagt Muthmann. Die Leidtragenden dieser verkehrsverbessernden Maßnahmen seien letztendlich die Kinder und Erwachsenen aus Großthannensteig, dies müsse man nun eingestehen. „Auch hinsichtlich der gesamtgesellschaftlichen Debatte zu der Frage der Kinderfreundlichkeit in unserer Gesellschaft sollte die Situation verbessert werden.“