„Mehr öffentliche Anerkennung täte der Polizei gut“


Wertvolle Informationen erhielt MdL Alexander Muthmann (v. r.) vom Leiter der Inspektion Regen, Erster Polizeihauptkommissar Manfred Buchinger, und von Personalrat Hauptkommissar Josef Hagengruber. - Foto: Arweck

Regen. Mehr öffentliche Anerkennung und Würdigung von Seiten der Gesellschaft und der Politik wünscht sich die Polizei. Diesen Wunsch trug der Leiter der Polizeiinspektion Regen, Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Manfred Buchinger, an den Landtagsabgeordneten Alexander Muthmann (Freie Wähler) heran, der zu einem Besuch der Inspektion nach Regen gekommen war. Die Polizei müsse viel puffern, was andere nicht leisten können oder wollen, so Buchinger. Und sein Kollege Hauptkommissar Josef Hagengruber meinte dazu, Polizisten seien neben ihren Hauptfunktionen oft auch Seelsorger, Friedensstifter und manches mehr.
Inspektionsleiter Manfred Buchinger wollte seinem Gast jedoch nichts vorjammern. Er zeigte zunächst die vielfältigen Aufgaben der Polizeiinspektion Regen auf, zu deren Bereich die Gemeinden des Altlandkreises Regen mit Ausnahme von Zwiesel, Frauenau und Lindberg gehören. Einbruchsdelikte hätten sich im vergangenen Jahr vermehrt, auch andere Delikte, „aber insgesamt haben wir die Kriminalität im Griff“. Die Aufklärungsquote sei gut, auch weil es ein gutes Verhältnis zur Bevölkerung gebe. Im Verkehrsbereich habe sich ebenfalls ein kleiner Anstieg von Delikten ergeben. Vier Verkehrstote seien im Dienstbereich zu beklagen gegeben. Als einen Unfallschwerpunkt nannte Buchinger die Ellersbacher Kreuzung. Sehr bedauerlich sei der Anstieg bei der häuslichen Gewalt, so Buchinger, und er erwähnte in diesem Zusammenhang den „Frauen-Notruf“, mit dem Polizei gut zusammenarbeite. Innerbetrieblich verwies Buchinger auf das gute Verhältnis unter den Kollegen. Problematisch sei allerdings die Überalterung der Beamten.
Breiten Raum nahm bei dem Gespräch die Thematik der Drogen, insbesondere der Droge Crystal Speed ein, die über die Grenze von Tschechien ins Land komme. Die Regener Beamten seien zwar nicht direkt im Grenzgebiet tätig, da die Schleierfahndung durch die Inspektion Zwiesel und den Zoll abgedeckt werde, dennoch seien seine Beamten damit konfrontiert, so Buchinger. Große Bedeutung komme in diesem Zusammenhang nicht nur der guten Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen zu, sondern auch der Präventionsarbeit. Ein „Präventions-Beamter“ sei viel in Schulen und in Jugendorganisationen unterwegs und leiste hier hervorragende Arbeit.
Auf die Frage von Alexander Muthmann nach dem Personalschlüssel und dem Personalbedarf antwortete Buchinger diplomatisch. Es gebe andere Dienststellen, in denen das Personal noch knapper sei, „aber wir hoffen schon auf eine kleine Aufstockung, weil die Aufgaben immer vielfältiger und immer mehr nach unten verlagert werden“.
MdL Muthmann versicherte, mit seinem Besuch in Regen wolle er nicht nur Informationen sammeln, sondern auch seine Wertschätzung für den Dienst der Beamten zum Ausdruck bringen. Die an ihn herangetragene Problematik bei der Beförderung von Polizeibeamten wolle er in die maßgeblichen Stellen weitergeben. Es müsse erkennbar werden: wer mehr leistet, müsse auch höher eingruppiert werden, so Muthmann. – ja