Früher Schulbus in Fürsteneck: „Zustand muss geändert werden“


Seit Jahren kämpfen die Eltern aus Fürsteneck dafür, dass die Schülerbeförderung nach Freyung neu geregelt wird. Sie wollen es ihren Kindern nicht mehr länger zumuten, bereits um 6.17 Uhr mit dem Bus loszufahren, um 7 Uhr in der Schule zu sein und dann fast eine Stunde auf den Unterrichtsbeginn warten zu müssen. Bisher schien keine Lösung in Sicht. Der Landkreis lehnte eine Sonderregelung ab. Doch nun wurde ihr Anliegen im Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags behandelt. „Wir waren uns über alle Parteigrenzen hinweg einig, dass der Zustand alles andere als optimal ist und geändert werden muss“, erklärt FREIE WÄHLER MdL Alexander Muthmann, der sich bei der Sitzung für die Fürstenecker stark gemacht hat. Auch das Kultusministerium zeigte in seiner Stellungnahme Verständnis für den Unmut der Eltern und hat folgendes angeregt: Die Eltern könnten nun beim Landratsamt einen Antrag stellen, ihr Kind aufgrund der langen Wartezeit selbst mit dem Privat-Pkw zur Schule bringen zu dürfen. Und dies wollen die Fürstenecker nun auch tun. Außerdem sind sie dabei, ein Schreiben an das Landratsamt zu verfassen, in dem drei Fälle geschildert werden.
„Es gibt Ausnahmeregelungen, dass Schüler mit dem Privatauto oder mit dem Taxi zur Schule gefahren werden“, erklärt Muthmann. Und zwar dann, wenn es entweder keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, oder die Beförderungs- und Wartezeiten nicht zumutbar sind. „Letzteres trifft auf die Schüler aus Fürsteneck zu.“ Allerdings muss folgender Punkt erfüllt sein: Bei der Fahrt mit dem Privat-Pkw muss sich gegenüber den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Zeitersparnis an mindestens drei Tagen pro Schulwoche von jeweils mehr als zwei Stunden ergeben. Dann bekommen die Eltern die Fahrtkosten erstattet. „Dies muss natürlich im Einzelfall vom Landratsamt überprüft werden.“ Sollte sich letztendlich herausstellen, dass eine Vielzahl an Schülern tatsächlich durch das Fahren mit dem Privatauto enorm Zeit einsparen, stünde die derzeitige Situation noch einmal auf dem Prüfstand. Auch der Einsatz eines separaten Busses müsste dann – natürlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten - ins Auge gefasst werden. „Und das wäre ja das Ziel der Fürstenecker. Sie wollen vor allem dass der Bus morgens später zur Schule fährt“, so Muthmann. Dass sich ein separater Bus lohnen würde, steht für Muthmann außer Frage. „In Fürsteneck handelt es sich um 44 Kinder – die allein füllen schon fast einen Bus.“
Das Landratsamt hat sich bisher darauf berufen, dass derzeit an einem neuen Nahverkehrsplan gearbeitet wird. In diesem Zusammenhang soll versucht werden, die Schülerbeförderungssituation durch ein neues ÖPNV-Konzept zu verbessern.