Regionale Energieoffensive der Freien Wähler in Neureichenau


Auf Einladung der FREIEN WÄHLER Bayern und MdL Alexander Muthmann wurde am 19. November 2010 auch im Landkreis Freyung/Grafenau eine Veranstaltung zur "Regionalen Energieoffensive" durchgeführt.

Welchen Beitrag können die Kommunen für die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien leisten? Das war die zentrale Frage der Informationsveranstaltung.

Herr Baptist Resch jun., Fa. Holz Resch, Neureichenau, erläuterte allen Teilnehmern der Veranstaltung sein Hackschnitzel-Heizwerk. Vom Inhaber erfuhren die Teilnehmer, dass die Firma seit 1973 eine eigene Hackschnitzelanlage betreibt, die 2006/2007 auf eine Ofenleistung von 2500 kWh erweitert wurde und an deren Netz in Neureichenau 36 Gebäude angeschlossen sind. Sie werde fast auscchließlich mit betrieblichem Heizmaterial betrieben und ersetze jährlich ca. 1 Mio. Liter Heizöl.
MdL Muthmann betonte, dass diese zukunftsorientierter Energieversorgung durchaus eine Wertschöpfung für die Region sei, weil das Geld nicht irgendwohin für Öl oder Gas ausgegeben werde.

Im Anschluss an die Besichtigung folgte eine genauere Einführung in die Thematik der regenerativen Energien im Landhotel Gut Riedelsbach. Der Bürgermeister der Gemeinde Neureichenau, Herr Walter Bermann, begrüßte die Teilnehmer und Gäste. Die Moderation des Abend übernahm MdL Alexander Muthmann. Als Fachreferent für diese Verantaltung konnte Dipl. Ing. Harald Hillebrand gewonnen werden, der mit seinen fundierten Sachkenntnissen überzeugen konnte.

Auch Dipl.-Ing. Harald Hillebrand fand das Neureichenauer Wärmenetzwerk „hervorragend", bedauerte aber, dass die Technik aus Österreich und der Schweiz eingeführt werden muss. Auf das Thema des Abends eingehend meinte er: „Die Menschen wollen günstige und saubere Energie." Auch wenn es „Quatsch" sei, alle Atomkraftwerke auf einmal abschalten zu wollen, stelle diese Art der Energiegewinnung ein zu großes Risiko für Mensch und Umwelt dar. Die Laufzeitverlängerung verringere den Druck, die Forschung voranzutreiben.

Die Frage sei: „Wie ist die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energie erreichbar?" Dazu sei es notwendig, den Energieverbrauch zu minimieren, die Energieeffizienz zu steigern und die regenerativen Energien optimal zu nutzen. Einsparungen seien sowohl auf privatem, als auch auf gewerblichem und industriellem Gebiet möglich. Auf kommunaler Ebene seien das vor allem Biogas, Biomasse (z.B. Holz), Photovoltaik und Windenergie. Die Kommunen könnten ihren Beitrag über die Bauleitplanung leisten. Dazu sei notwendig, den Energiebedarf zu ermitteln, das Energieangebot zu analysieren und schließlich Standorte auszuweisen.
Für wichtig hielt Hillebrand eine nachvollziehbare Planung, einen „Energieleitplan", in den die Bürger rechtzeitig eingebunden werden müssten. Bürgergenossenschaften, Kammern und der Mittelstand könnten bei der Umsetzung Hand in Hand arbeiten. Grundsätzlich meinte er: „Wir brauchen die Mutigen, nicht die Bedenkenträger".
MdL Muthmann stellte fest, die Notwendigkeit erneuerbarer Energien, ihre Machbarkeit und Umsetzung in den Kommunen sei ein Partei übergreifendes Thema. Die Veranstaltung sollte das Problembewusstsein dafür entwickeln. „Sich nicht damit zu befassen, wäre nicht zu verantworten", meinte er abschließend. Hier pflichtete ihm Bürgermeister Walter Bermann bei, der feststellte, „wir müssen uns über regenerative Energien Gedanken machen".
Stellv. Landrätin Renate Cerny hielt es für außerordentlich wichtig, Konzepte in den Kommunen frühzeitig und zusammen mit den Bürgern zu entwickeln.

Berichterstattung entnommen der PNP v. 26.11.2010