Technologiecampus Grafenau: Offene Fragen zu Standort und Finanzierung

Was die Errichtung des Technologiecampus Grafenau betrifft, gibt es noch viele offene Fragen. Wie MdL Alexander Muthmann mitteilt, ist nicht nur der Standort ungeklärt, sondern auch die Finanzierung. „Die Technische Hochschule Deggendorf hat einen Neubau im Bereich des Grafenauer Bahnhofs ins Auge gefasst“, erklärt Muthmann. Eine Alternative wäre das Gebäude der AOK Grafenau. „Nicht akzeptiert wird seitens der Hochschule ein Gebäude am Stadtplatz.“ Fest stehe, dass der Freistaat für die Gründung eines Technologiecampus in Grafenau nach wie vor erwartet, dass die Kommune ein geeignetes Gebäude zur Verfügung stellt. „Und beim Thema Finanzierung ergeben sich wiederum weitere offene Fragen“, so Muthmann. Wie hoch sind die geschätzten Kosten in den derzeit diskutierten Gebäudevarianten? Soll sich neben der Stadt Grafenau auch der Landkreis an den Kosten beteiligen – und wenn ja, in welcher Höhe? „Drittens müsste offen gelegt werden, bis wann eine Standortentscheidung fallen soll“, so Muthmann. „Schließlich erwarten die Hochschule Deggendorf und das zuständige Ministerium eine zügige Realisierung.“
Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hat die CWG-FW-Fraktion im Kreistag des Landkreises Freyung-Grafenau einen Antrag eingereicht. Darin wurde Landrat Ludwig Lankl gebeten, die offenen Fragen zu beantworten. Richtig Klarheit gab es bei der letzten Kreistagssitzung jedoch nicht. Grafenaus Bürgermeister Max Niedermeier erklärte nur, man sei auf Standortsuche – „über ungelegte Eier wolle er nicht sprechen“. Landrat Lankl erklärte, dass im Herbst 2014 der Campus Grafenau bezogen werden soll. Muthmann kritisiert diese spärlichen Informationen. „Angesichts der großen Summe, die da auf den Landkreis zukommt, erwarte ich ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit und Informationsbereitschaft.“ Außerdem dürfe es nicht sein, dass die Hochschule Erwartungen formuliert, und die Kommunen zahlen dürfen. „Diese Diskrepanz ist nicht richtig.“