Offene Fragen beim "Digitalen Klassenzimmer": MdL Muthmann an der Mittelschule Waldkirchen

Nachdem Kultusminister Ludwig Spaenle eine bildungspolitische Zukunftsinitiative „Digitales Klassenzimmer“ angekündigt hat, wollte sich MdL Alexander Muthmann erkundigen, wie dies in der Praxis aussieht. Hierzu hat er Marita Schiller, die Rektorin der Mittelschule Waldkirchen, und Bürgermeister Heinz Pollak besucht. Beide sind engagiert und stehen dem Thema Digitalisierung sehr aufgeschlossen gegenüber. „Allerdings benötigen wir noch mehr Unterstützung, was pädagogisch erwartet wird“, erklärte Marita Schiller und Pollak ergänzte aus Sicht des Sachaufwandträgers: „Wir müssen wissen, welche Unterstützung wir vom Staat erwarten dürfen“.
Generell sei es ein guter Zeitpunkt, die Schule im digitalen Bereich neu auszurichten, erklärte Schiller, da derzeit ein neues Mittelschulgebäude entsteht, in dem nun die entsprechenden pädagogischen Voraussetzungen geschaffen werden können. „Wir sind in einem ersten Schritt vom Kultusministerium aufgefordert worden, bis Ablauf des Schuljahres 2018/2019 ein Programm aufzulegen, das Aussagen über Hardware, Software und Fortbildungsbedarf enthält“, erklärte Schiller. Allerdings gebe es von Seiten der Staatsregierung keinerlei Hinweise und Empfehlungen, wie die pädagogische Konzeption im digitalen Klassenzimmer sein soll. Unklar sei auch, von welchen technischen Hilfsmitteln sie ausgehen können. Muthmann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass darüber diskutiert werde, dass demnächst jeder Schüler mit einem Tablet oder Laptop ausgestattet wird. „Dies macht aber nur Sinn, wenn die Lehrer in der Lage sind, dies entsprechend im Unterricht einzusetzen“, so Muthmann. Dem stimmte auch Pollak zu und signalisierte die Bereitschaft, als Sachaufwandsträger die modernen Hilfsmittel anzuschaffen. „Wir müssen allerdings wissen, was das Kultusministerium als sachgerechte Ausstattung für ein digitales Klassenzimmer voraussetzt und welche Unterstützung wir erhalten. Denn ohne Unterstützung geht es nicht“, so Pollak. Laut Muthmann sei außerdem klar, dass bei der Entwicklung zum digitalen Klassenzimmer an allen Schulen vergleichbare Ausstattungen für alle Schüler sichergestellt werden müssen. „Es darf nicht sein, dass die Schulausstattung entweder vom Geldbeutel der Eltern oder auch von der finanziellen Leistungsfähigkeit des jeweiligen Landkreises oder der Gemeinde abhängig ist.“ Muthmann versprach Schiller und Pollak, sie bei der Klärung der noch offenen Fragen zu unterstützen.