Studienfahrt nach Oberösterreich und in das Burgenland


Besuch in Linz bei der Regionalmanagement Oberösterreich GmbH auf dem Foto (RMOÖ) v.l. Regionalmanager Michael Robeischl, Regionalmanager Franz Tauber, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Freien Wähler Fraktion Michael Wimmer-Fohry, MdL Alexander Muthmann, RMOÖ-Geschäftsführer Wilhelm Patri und Regionalmanager Christian Mayer.

Besuch in Eisenstadt bei der Regionalmanagement Burgenland GmbH bei WHR Mag. Hofrat Dr. Schachinger. v.l. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Freien Wähler Fraktion Michael Wimmer-Fohry, Magister Dr. Schachinger und MdL Alexander Muthmann.
Den Abschluss der Gespräche im Burgenland bildete eine Weinprobe in der Winzereigenossenschaft Pöttelsdorf, die Mag. Schachinger organisiert hatte. v.l. Kellermeister Kurz kredenzte den Teilnehmern Rainer Schuber Bürgermeister von Pöttelsdorf, Magister Dr. Schachinger, MdL Alexander Muthmann und Referent der Freien Wähler Fraktion Michael Wimmer-Fohry feine Rotweine aus dem Burgenland.

Die Stärkung wirtschaftsschwacher Räume ist eine der wichtigsten Aufgaben der Bayerischen Landespolitik in den nächsten Jahren. Dabei sind in Bayern in den letzten Jahren kaum Erfolge erzielt worden, vielmehr klafft die wirtschaftliche Entwicklung zwischen den Ballungsräumen und den wirtschaftsschwächeren Regionen immer weiter auseinander.

Auch andere Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Oberösterreich und das Burgenland gelten als zwei Bundesländer, die diese Aufgaben in den vergangenen Jahren erfolgreich angepackt haben.

Um erfolgreiche Politik für ländliche Räume kennenzulernen, machten sich MdL Alexander Muthmann und der wissenschaftliche Mitarbeiter der Fraktion Michael Wimmer-Fohry letzte Woche auf den Weg nach Linz und Eisenstadt.

In Linz wurden sie durch Herrn Wilhelm Patri, Geschäftsführer der Regionalmanagement OÖ GmbH und seinen Mitarbeitern Regionalmanager Michael Robeischl, Regionalmanager Franz Tauber und Regionalmanager Christian Mayer empfangen.

Besonders eindrucksvoll war wieder einmal die Breitbandentwicklung in Oberösterreich, so hat Regionalmanager Michael Robeischl darauf hingewiesen, dass 98 % der Teilräume in OÖ mittlerweile mit 10 Mbit pro/Sek. versorgt sind und somit die heute wichtigste Infrastrukturvoraussetzung für bestehende Betriebe und Neuansiedlungen geschaffen ist. Daneben besprachen die Gesprächsteilnehmer intensiv die Anstrengungen, um die Nahversorgung auch in den Dörfern und Ortschaften Oberösterreichs zu sichern. So hat das Land auch eine Initiative gestartet, um in kleineren Orten Nahversorgungszentren aufzubauen, die alle wesentlichen Waren- und Dienstleistungen des täglichen Lebens beinhalten. Dazu gehöre auch eine entsprechende Zurückhaltung bei der Entwicklung großflächiger Einzelhandelsbetriebe.

Auf besonderes Interesse stießen auch die Ausführungen über die interkommunalen Betriebsansiedlungen und die Wirtschaftsparks. Durch konzentrierte und staatlich geförderte kommunale Zusammenarbeit entstehen leistungsfähige Gewerbe- und Industriegebiete, wodurch andererseits auch erhebliche Kosteneinsparungen ermöglicht werden.

Weiter Themen waren die staatlich propagierten und unterstützten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, um den Menschen die Schlüsselqualifikationen im Arbeitsleben zu vermitteln.

Später besuchte die Gruppe den Donauhafen Enns, der vom Land zu einem Gewerbe- und Wirtschaftszentrum mit zentraler Logistikfunktion weiterentwickelt wird. Wasserstraße, Schiene und Autobahn erschließen das Gebiet auf beste Weise.

Am zweiten Tag der Reise stand ein Besuch in der Bundeshauptstadt des Burgenlandes in Eisenstadt auf dem Programm. Das Burgenland hat insgesamt nur 280.000 Einwohner und keine größere Stadt. Die Hauptstadt Eisenstadt weist lediglich 13.000 Einwohner auf. Gastgeber des Besuchs war der Geschäftsführer des Regionalmanagement Burgenland GmbH ,WHR Mag. Hofrat Dr. Schachinger, der sich nicht nur als sehr versierter Kenner der Materie sondern auch als charmanter Gastgeber erwies. Die Grenznähe zu Ungarn und die Tatsache, dass größere Wirtschaftszentren fehlen, stellte das Burgenland in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vor besondere Herausforderungen. Das Burgenland ist die einzige Region in Österreich, die nach europäischen Förderkategorien als besonders entwicklungsbedürftig gilt (Ziel 1: facing out)

Als zentrale Botschaft betonte Magister Schachinger den Wert einer fundierten Landesplanung. Das Burgenland hat seinen Landesentwicklungsplan 1994 völlig neu gefasst und dabei als Einstieg vor allem auf Experten und wissenschaftliche Gutachten gesetzt. Die Erarbeitung der Grundlagen nicht den Politikern und den Beamten zu überlassen, habe sich, so Schachinger, sehr bewährt. Natürlich seien alle gesellschaftlichen Gruppierungen an der Erarbeitung des Landesentwicklungsplans im späteren Verfahren auch beteiligt worden und zuletzt habe der Landtag diesen Landesentwicklungsplan verabschiedet; doch empfehle er, aus den gemachten Erfahrungen die Grundlagen von unabhängigen Fachleuten erarbeiten zu lassen. Aus dieser Arbeit sei auch das Thermenlandkonzept im Burgenland entstanden, eine wirtschaftlich und touristisch höchst erfolgreiche Initiative.

Als weitere Gesprächspartner im Burgenland stand die WIBAG, Wirtschaftsservice Burgenland AG zur Verfügung. Dort wurden die bekannten Themen der Wirtschaftsförderung, Ansiedlungspolitik, Investitionsförderung, Unterstützung von Betrieben in Not und auch Anreize zur Unternehmensgründung besprochen. Besonders bemerkenswert waren die Konzepte zur Begründung von Technologiezentren und die Tatsache, dass das Land Burgenland in Einzelfällen auch Unternehmensbeteiligungen durchführt, um politisch gewollte Impulse zu realisieren.