Zu Besuch in modernem Pflegezentrum: Im Seniorenwohnheim leben wie in einer Studenten-WG

Landtagsabgeordneter Alexander Muthmann lernt Bewohner der ambulant betreuten Wohngemeinschaft kennen. Über das Angebot informieren BRK-Kreisgeschäftsführer Günther Aulinger (2. Reihe Mitte) und Franz Lobmeier, der Leiter der Viechtacher Einrichtung. Mit dabei die Pflege- und Betreuungskräfte (2. Reihe von links) Brigitte Eichinger sowie die Leiterin des ambulanten Pflegedienstes im Roten Kreuz, Karin Fuchs und Gerontofachkraft Brigitte Ziselsberger.

Viechtach. In der ambulant betreuten Seniorenwohngemeinschaft des Bayerischen Roten Kreuzes „Auf der Wacht“, die zum 1. April 2018 eröffnet wurde, können bis zu zwölf Bewohnerinnen und Bewohner wie in einer Studenten-WG leben. Jede und jeder von ihnen hat ein eigenes Apartment mit Balkon oder Terrasse; die Mietverträge werden direkt mit den jeweiligen Wohnungseigentümern abgeschlossen. Die Bewohner nutzen die Gemeinschaftsräume nach ihrem Bedarf und organisieren sich den Alltag im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst. So viel Selbstbestimmung wie möglich ist das Ziel. Der Freyunger Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann informierte sich am Muttertags-Wochenende über dieses spezielle Angebot, das in der Kombination ambulant betreute Wohngemeinschaft und betreutes Wohnen in der Region bisher einmalig ist. Das Fazit des FDP-Politikers: „Viechtach hat Vorbildcharakter! Hier finden sich moderne Lösungen unter einem Dach!“

Günther Aulinger, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Regen, und Franz Lobmeier, der Leiter des Viechtacher Seniorenwohn- und Pflegezentrums, führten den FDP-Politiker durch die Einrichtungen des Roten Kreuzes in Viechtach und schilderten ihm die verschiedenen Angebote. Dabei wurde klar, dass das Rote Kreuz im Landkreis Regen innovative Wege geht, um ein umfangreiches Hilfsangebot aus einer Hand zu bieten. Die ambulant betreute Wohngemeinschaft zum Beispiel ist eine Alternative für Menschen, die nicht mehr alleine wohnen können, weil sie Hilfe und Unterstützung brauchen. In welchem Maß Pflege und Betreuung stattfinden, entscheiden sie selbst und schließen entsprechende Verträge mit einem Anbieter ab, im Fall Viechtach mit dem Roten Kreuz.

Den Bewohnern Privatsphäre sichern!

Das Leben im eigenen Zimmer macht es möglich, dass sich die WG-Bewohner zurückziehen können, wann immer sie wollen. Damit ist ihre Privatsphäre gewahrt; einsam sind sie trotzdem nicht. Den Mittelpunkt der Wohngemeinschaft bildet eine große Wohnküche, in der zum Beispiel gemeinsam gekocht wird. Auch hier bestimmen wieder die individuellen Gewohnheiten der Bewohnerinnen und Bewohner, wie oft diese die Gemeinschaftsräume nutzen, berichteten Günther Aulinger und Franz Lobmeier. Wichtig an diesem Modell ist, dass der Mietvertrag und der Vertrag über notwendige Betreuungs- und Pflegeleistungen unabhängig voneinander geschlossen werden können.

Tagespflege entlastet Angehörige
„So viel Unterstützung wie nötig“ – diese Devise gaben Günther Aulinger und Franz Lobmeier auch für die Tagespflege aus, die an sechs Tagen pro Woche geöffnet ist. Auch hier stehen individuelle Angebote im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen zu entlasten. Sie können Pflegezeit speziell nach ihren Bedürfnissen buchen – von einem Tag pro Woche bis zu sechs Tagen. An Sonn- und Feiertagen ist geschlossen. Bei Bedarf holt ein Fahrdienst die pflegebedürftigen Menschen zu Hause ab und bringt sie auch wieder zurück. Damit können die betroffenen Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben; die Angehörigen werden bei ihrer schwierigen Aufgabe entlastet. Man habe damit auf ein oft geäußertes Bedürfnis reagiert.

Als klassischen Weg bietet das Rote Kreuz in Viechtach die Vollzeitpflege an. Davon profitieren vor allem Senioren, die sich nicht mehr alleine helfen können. Ein Team von qualifizierten Mitarbeitern sorgt dafür, dass sich auch diese Menschen, die voll auf Unterstützung angewiesen sind, in ihrer Umgebung wohl fühlen. - Zum Muttertag überreichte Landtagsabgeordneter Alexander Muthmann Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen des Seniorenwohn- und Pflegezentrums 80 Kalanchoen – „flammende Käthchen“ in bunten Farben.