Medizinerausbildung in Niederbayern: MdL Muthmann will Mitspracherecht für Landkreis Freyung-Grafenau


Freyung im Bayerischen Wald. Der Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann drängt darauf, dass der Landkreis Freyung-Grafenau Mitglied in der Projektgruppe Medizincampus Niederbayern wird. Anlass für diese Forderung ist eine Meldung in der Passauer Neuen Presse vom 29. Januar 2020. Darin wird Wissenschaftsminister Bernd Sibler mit der Aussage zitiert, die Errichtung eines Klinikums in Passau würde den Erhalt der Kliniken im Landkreis Freyung-Grafenau stark gefährden.
Muthmann hat inzwischen in einem Brief an Sibler um Klarstellung gebeten, denn es sei problematisch, wenn der zuständige Minister bereits in einem frühen Stadium derartige Szenarien aufbaue. Die Projektgruppe Medizincampus habe gerade erst mit der Arbeit begonnen. Ihre Aufgabe sei es, weit über den Standort Passau hinaus Akzeptanz für die Medizinerausbildung zu schaffen und einen gewinnbringenden Zusatznutzen für die gesamte Region zu erzielen. Es wäre fatal, in den umliegenden Landkreisen Ressentiments gegen dieses Zukunftsprojekt zu fördern, ist Alexander Muthmann überzeugt.
In dem Brief an Wissenschaftsminister Sibler verlangt der FDP-Abgeordnete deshalb für den Landkreis Freyung-Grafenau das gleiche Mitspracherecht, das dem Landkreis Passau mit einer vergleichbaren Interessenslage von Anfang an eingeräumt wurde. Es sei wichtig, an der Arbeit der Projektgruppe unmittelbar beteiligt zu sein und nicht aus zweiter Hand von möglichen Auswirkungen zu erfahren, argumentiert Muthmann. Er hat Landrat Sebastian Gruber als Vertreter vorgeschlagen und ihn aufgefordert, entsprechend tätig zu werden.
Alexander Muthmann kämpft in einer breiten politischen Allianz für eine Medizinerausbildung in Niederbayern. Eine Drohkulisse, wie sie Wissenschaftsminister Bernd Sibler laut PNP-Meldung für die medizinische Versorgung im Landkreis Freyung-Grafenau aufgebaut habe, hält er für wenig förderlich. „Nach meiner Überzeugung sollte ein solches Projekt so aufgesetzt werden, dass alle Regionen davon profitieren können“, betont der Freyunger Abgeordnete.